In einer Kinder- und Jugendfreizeit kann man nie genug Spiele und Spielideen dabei haben! Allerdings passt nicht jedes Spiel in jeder Situation, deshalb versuche ich unsere Erfahrungen hier einmal zu strukturieren:
- Wer (wie viele Leute / welche Altersgruppe) spielt mit? - die komplette Truppe oder nur ein Teil?
- Wann findet das Spiel statt? - zu Beginn der Freizeit, mittendrin oder gegen Ende, nachmittags oder vor dem Bettgehen?
- Wie viel Zeit haben wir für das Spiel? - eine Viertelstunde vor dem Essen oder den ganzen Nachmittag?
- Wo spielen wir? - auf einer Fußballwiese, auf dem Hof, im Speisesaal oder Gruppenraum, im öffentlichen Raum oder privat?
- Welchen Zweck soll das Spiel erfüllen? - einfach nur Zeitvertreib, Kennenlernen, Spaß und Action, Vertrauensbildung, Dampf ablassen, Wettbewerb oder Beruhigung?
- Welches Material brauchen wir zum Spielen? - gar nichts, nur einen Ball oder ausgeklügelte Laufzettel und jede Menge Gegenstände?
Das sind die Fragen, die wir uns stellen. Mittlerweile gar nicht mehr bewusst, weil es einfach klar ist, dass ein groß angelegter Wettkampf am ersten Tag, wenn sich die Teilnehmer noch gar nicht kennen, völlig fehl am Platz ist. Und dass wir die Kinder nicht kurz vor dem Bettgehen mit jeder Menge Action aufheizen.
Unsere Klassiker:
- Am ersten Tag mit einer neuen Gruppe, altersgemischt von 9-19 Jahren, zwischen 35 und 55 Teilnehmern, steht natürlich erst einmal das gegenseitige Annähern und Kennenlernen auf dem Plan: Kofferpacken mit Namen und passenden Eigenschaften hilft mir immer, mir alle Kinder mit Namen zu merken ("Du bist der tapfere Toni, ich bin die ulkige Uschi..."), danach stellen sich alle Teilnehmer in der alphabetischen Reihenfolge bzw. nach dem Alter auf. So müssen schon mal alle miteinander kommunizieren und sich zwischen den Anderen einordnen, ohne als Einzelner im Mittelpunkt zu stehen, ohne Rivalität und ohne Körperkontakt. Mit etwas Vorbereitung verbunden ist das Kennenlern-Bingo. Weitere Spiele für diese Phase sind Platzwechselspiele im Stuhlkreis: Alle, die wo... (bairische Grammatik 😉), Ich sitze hier im grünen Gras... oder Namengewirr.
- Für jede Menge Bewegung und Action in der Großgruppe sorgen draußen Katz und Maus, 3 Scheitl, Tratzball oder Komm mit - lauf weg. Und natürlich bei entsprechender Witterung eine groß angelegte Wasserschlacht! Drinnen eignen sich das kotzende Känguru, Zublinzeln, Kreiswelle und Schokoladenessen.
- Beruhigung bringen dagegen Werwolf, Mord in der Disco, Menschenmemory oder Nachts im Museum.
- Um Vertrauen, Kooperation und Gemeinschaftssinn zwischen den Teilnehmern zu stärken, spielen wir gerne den Gordischen Knoten, Spinnennetz, Teppich umdrehen, Landeanflug, Besenstil ablegen, Dampfer im Nebel und Kurierstaffel. Bei diesen Spielen geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern um ganz unterschiedliche Fähigkeiten, so dass Alle zum Zug kommen.
- In der Wettkampfphase teilen wir die Teilnehmer in kleinere Gruppen, die gegeneinander antreten beim Tischtennis-Rundlauf und allen möglichen Rallyes, Olympiaden und Turnieren. Mit der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Wettkämpfe betrauen wir die älteren Teilnehmer. Zu Beginn treten die Zimmer gegeneinander an, danach wechseln wir die Gruppeneinteilung immer wieder durch. Auch hier legen wir viel Wert darauf, dass verschiedene Stärken zum Tragen kommen, etwa Körpergröße, Bildergedächtnis, Zahlen schätzen, sprachliche Kreativität, Orientierungssinn usw.
- Zum Zeitvertreib haben wir Spielkarten, Uno, Twister, Brettspiele, Bälle, Frisbees, Wikinger-Schach, Jonglierbälle, jede Menge Zettel und Stifte, Seile, Tücher, Wäscheklammern usw. dabei.
- Wenn die Gruppe Vertrauen zueinander gefasst hat, passen 5 Freunde im Ruderboot, Hochstapeln, Kunstfälscher, Wer bin ich? als Teilnehmerraten, Professor X hält einen Vortrag (ohne zu wissen, worum es geht). Meistens gelingt es in dieser Phase den Teilnehmern bereits, ohne unsere Anleitung in kleineren Gruppen zu spielen. Doch zumindest einmal am Tag wollen wir auch gegen Ende der Freizeit alle gemeinsam ein Spiel spielen.
