Alle paar Jahre dürfen die Ministranten nach Rom fahren. Da liegt es nahe, dass auch die erwachsenen Sternsinger Lust auf die ewige Stadt bekommen...
Und weil wir schon aus Prinzip jede Schnapsidee in die Tat umsetzen, haben Claudia, Juliane, Eva, Babsi und ich uns mitsamt Spezial-Reisestern in den Zug gesetzt und sind jetzt tatsächlich hier!
Dienstag, 2. November:
Folget dem Stern!Geplant war selbstverständlich eine geistliche Einstimmung in unsere Pilgerreise. Doch dann kommt Evas Bekannter Andreas spontan am Münchner Hauptbahnhof vorbei und überrascht uns mit einer Handvoll Jägermeister! Zudem müssen noch die Reste unserer letzten Sternsinger-Aktion 2020 verwertet werden.
Nach so einer hochprozentigen Inspiration weihen wir Kraft unseres Amtes gleich mal unser Abteil ein...
Nächtliche Runde Stadt-Land-Fluss und die daraus resultierende Diskussion, ob "Chromosom" und "Chamäleonfuß" als Körperteile gelten dürfen. Herrlich!
Blick von meinem Stockbett runter. Alles in allem sehr gemütlich, so eine Nachtfahrt im Liegewagen. Vor allem, weil wir zu fünft zwei komplette Abteile für uns haben!
Von daheim erreicht uns die Nachricht, dass Dave ausgerechnet diese Woche nach Kanada fliegt, um seiner Mama die Hälfte seiner Leber zu spenden. Also sehe ich meinen Mann wohl mindestens bis Weihnachten nicht. Trotz des blöden Timings sind wir aber alle froh, dass da endlich was vorwärts geht!
Mittwoch, 3. November:
Babsi wacht auf: "Ui, do draußtn schaut's scho voi italienisch aus!"
Frühstück im/aufm/unterm Bett.
reich verzierte Kassettendecke, ...
die Apsis...
... aber auch der Fußboden begeistern uns.
Ums Eck rum steht ein schickes Souvenir aus Ägypten.
Frühstück im/aufm/unterm Bett.
Online-Check-in vom Zugabteil aus: Hört sich schick und trendy an, ist aber eher nervig.
Bekannter und geübter Ablauf am Hauptbahnhof in Rom: Folget dem Stern! Danach bringen wir sofort die schwierigste Aufgabe von allen hinter uns: Wochenticket für die U-Bahn besorgen - an einem Automaten, dessen beste Zeit lange zurück liegt.
... und kurze Verschnaufpause in unserer Ferienwohnung, ...
... Pläne schmieden und los geht's zum ersten Kennenlern-Spaziergang in der ewigen Stadt:
Als Pilger des Bistums München-Freising fangen wir freilich bei der Lateran-Basilika an.
Das Wetter ist hervorragend (für Allergiker).Papstaltar, ...reich verzierte Kassettendecke, ...
die Apsis...
... aber auch der Fußboden begeistern uns.
Ums Eck rum steht ein schickes Souvenir aus Ägypten.
Der erste Blick aufs Colosseum, doch grade ist es ganz schlecht mit Stehenbleiben und genießen.
Parken für Fortgeschrittene, Teil 1.
Nach einem kurzen Fußmarsch gelangen wir zum Colosseum, doch zunächst stellen wir uns unter ein Vordach und warten den gröbsten Regenguss ab.
Von der Himmelstreppe herunter sehen wir den Petersdom aus der Ferne.
Irgendwann zieht's uns in die Altstadt zum Abend- und Eisessen...
... zum Colosseum...
... und schließlich zum Triumphbogen. In der Nacht verschwindet so manches hässliche Baugerüst und Absperrband in der Finsternis, so dass die Fotos noch schöner werden als untertags!
Donnerstag, 4. November 2021:
Treppe runter, nächste Treppe hoch aufs Kapitol. Von hier oben blicken wir über das Forum Romanum, den ältesten Teil der Stadt.
Irgendwann zieht's uns in die Altstadt zum Abend- und Eisessen...
... und als Abschluss gibt's gleich in der Nähe diese Überraschung: der Trevibrunnen, nach langer Restaurierung strahlend schön wie eh und je!
Motiviert, wie wir sind, gehen wir denselben Weg zu Fuß wieder zurück zu unserer Wohnung. Am Nationaldenkmal vorbei...
... nochmal einen kurzen Blick runter aufs Forum Romanum...... zum Colosseum...
... und schließlich zum Triumphbogen. In der Nacht verschwindet so manches hässliche Baugerüst und Absperrband in der Finsternis, so dass die Fotos noch schöner werden als untertags!
Das haben wir gestern glatt vergessen: Unsere Ferienwohnung müssen wir ja noch einweihen!
Eher untypische Ausstattung für eine Romfahrt, aber alles schon benutzt!
Im Frühstückscafé nebenan wundere ich mich erst, warum der Kellner alle unsere Vornamen wissen will. Bis er hiermit zurückkommt 💗.
Spickzettel für die Apotheke, ...
... danach Doping auf offener Straße mit Julianes professioneller Unterstützung - und weiter geht's!
Parken für Fortgeschrittene, Teil 2.Petersdom von innen
Kuppel über dem Altar
Papstaltar mit Baldachin
Pietà von Michelangelo, damals 23 Jahre alt.
Noch kurz ein Gruppenfoto...... dann machen wir uns auf den Weg hoch zur Kuppel:
Berühmte Sternsingerstatue von einem unbekannten Künstler.
In echt sind wir schärfer 😉
Folget dem Stern! Und nein, das Bild ist nicht schief. Die Wände sind gebogen, weil wir uns innerhalb der beiden Kuppelschalen befinden.
Ein paar Stufen noch...
... Geschafft!Blick nach Norden in die Vatikanischen Gärten
Blick nach Nordosten über die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle
Blick nach Osten über den Petersplatz und die Altstadt RomsAbstieg zur Dachterrasse...
Wachablösung zur vollen Stunde
Blick nach Osten über den Petersplatz und die Altstadt RomsAbstieg zur Dachterrasse...
... wo wir im Vatikan-Shop Postkarten kaufen und gleich einschmeißen, damit wir auch bestimmt einen Vatikanischen Poststempel drauf bekommen. Bis die Karten daheim ankommen, wird's trotz allem geistlichen Segen ein paar Wochen dauern!
Bisher dachte ich, die Schweizer Garde sei zur Sicherheit des Papstes da, schließlich handelt es sich um lauter Elitesoldaten. Dabei kann man da einfach hingehen und nach der Uhrzeit fragen. Das nenne ich mal kundenorientiert!
Mittagessen um die Ecke. Nicht ganz billig so in der Pole Position, aber dieser hausgemachte Kuchen musste einfach noch sein!
Petersdom im Abendlicht.Was für ein schöner Blick auf Rom!
Abendlicher Spaziergang durch das gemütliche, wenn auch etwas heruntergekommene Viertel Trastevere. Hier war ich bisher noch nie, obwohl ich es mir schon öfter vorgenommen hatte.
Unsere Kollegen waren wohl schon hier?
Schaufensterdeko
Bierfahrer - oder Weinfahrer?
Schlummertrunk in einer Bar. So ein schöner Tag!
Selbstgebackener Kuchen (schließlich haben wir eine voll ausgestattete Küche), ein Ständchen in morgendlicher Basstonlage und Tischfeuerwerk!
Am späten Nachmittag machen wir die Läden auf dem Corso unsicher. Zu den Jagdtrophäen zählen Stiefel, Ohrringe, eine Armbanduhr, Socken und Espressotassen.
Blick vom Pincio auf die Piazza del Popolo und dahinter den Petersdom.
Jetzt im November ist auf der Spanischen Treppe nicht arg viel los. Trotzdem wachen zwei eifrige Polizistinnen streng darüber, dass man nur 1 Minute sitzenbleibt. Babsi: "De san wahrscheinlich besorgt, dass ma a Blasnentzündung griang!"
Naja. Dann stehen wir halt auf.Zum Abendessen genehmigen wir uns ein schickes Restaurant mit einem zunächst ziemlich grantigen Kellner. Im Laufe des Abends lässt er sich jedoch von unserer guten Stimmung anstecken, so dass ich ihn zum Schluss sogar dazu überreden kann, mit einem Kollegen zusammen ein Geburtstagsständchen für Eva zu singen!
Diese Stiefel sind hier total angesagt gerade, und zwar in allen Farbkombinationen.
Wie gut, dass ich mir heute Nachmittag welche gekauft habe!Vor dem Bahnhof schenkt uns ein Mann tatsächlich noch fünf Rosen. Ein perfektes Happy End für diesen schönen Tag!
Samstag, 6. November:
Für unseren letzten Tag haben wir uns noch ein paar Highlights aufgehoben, und nachdem wir unser Gepäck zum Hauptbahnhof gebracht haben, fahren wir gleich Richtung St. Paul vor den Mauern. Als Eva ihr Ticket wieder einstecken will, bemerkt sie, dass ihr Rucksack offen ist: Der Geldbeutel wurde geklaut! Natürlich ist jede Suche zwecklos, hier war ein Profi am Werk. Daheim regelt Evas Mann die Kartensperrung, während sich die Polizisten auf der Straße nicht einmal aus ihrem Fiat herausbequemen.
Die zweite Enttäuschung folgt sogleich: St. Paul vor den Mauern sollte die schönste Papstbasilika sein. Doch neuerdings wird man von Militärzelten, Bauzäunen und Absperrbändern "willkommen" geheißen. Schade um den Wow-Effekt, den dieser Ort üblicherweise auslöst!
Wenigstens hat sich am Innenhof nichts verändert!Päpstliche Passbilder-Galerie
Hinter dem Gitter ist ein Teil des Sarkophags des Heiligen Paulus. Obwohl der Andrang nicht riesig ist, sorgt ein uniformierter Wichtigtuer dafür, dass immer nur zwei Personen die Treppe runtersteigen und möglichst bald wieder hochkommen. Für ein gutes Foto bleibt da leider keine Zeit.
Viermal Daunenjacke, einmal Bluse: Keine Ahnung, was mit mir falsch läuft!
Auch bei der hundertsten Taschendurchsuchung taucht der Geldbeutel einfach nicht mehr auf.
Dieses Mahnmal zur Unterstützung aller Geflüchteten steht in Groß auf dem Petersplatz. Hier können wir es in Ruhe und auf Augenhöhe mit den Figuren betrachten:
Nach dem Mittagessen bummeln wir nochmal durch die quirlige Altstadt Roms mit ihren verwinkelten Gässchen und tausenden Geschäften, als sich ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Eva förmlich aufdrängt:
Am Trevibrunnen überreichen wir ihr ihren neuen Geldbeutel - farblich abgestimmt auf die Jacke!
Auch wenn es nervig ist, all die Karten wieder zu besorgen - und das schönste Plastikkarterl den geliebten rosaroten Lappen nie ersetzen kann - würde ich sagen: Überraschung gelungen!
Christbaumkugeln und Kripperl in einem: Das hier sollen (von links) der Esel, der Ochse, der Erzengel samt Stern, Maria und Josef sowie zwei Heilige drei Könige sein. Ich bin voll der Fan, werde aber von den übrigen 80% der Reisegruppe überstimmt.
An meinem Lieblingsplatz in Rom, der Piazza Navona, fängt es an zu regnen. Plötzlich finden alle Touristen die Agneskirche total interessant...
Beim Heraustreten streckt uns der Rio de la Plata die Hand entgegen, als ob er etwas gegen die Agneskirche hätte. Ob dahinter wirklich eine kleine Bosheit des Brunnendesigners Bernini gegen den Erbauer der Kirche, Borromini, steckt, wird wohl immer Spekulation bleiben...
Blick von der Engelsbrücke Richtung Petersdom. Wir wärmen uns nochmal in einem Café auf, bevor wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof machen. Mit strömendem Regen, aber dem ganz klaren Auftrag, mal wieder vorbeizuschauen, verabschiedet sich die ewige Stadt von uns.
Sonntag, 7. November:
Frühstück im Zug und die Nachricht, dass es in Hain bis morgen kein Wasser gibt. Claudia: "Eiso, i miassat bei oam von eich no duschn, bevor i hoamfahr!"
Gestern Abend haben wir überlegt, welcher Chorname zu uns passen würde: Sternsängerinnen, Nur Weiber, die Heiligen 5 Königinnen, die p_ D_ vom Rosenbund, lauter Schmarrn halt. Einer hängt jetzt als Türschild über unserem Abteil.
Eva: "Mei, iatz solltat ma eigentlich no Weißwürscht frühstückn, ha? Wo gehma'n hi?"
Babsi: "Zur Claudia. Dann miassma's hoit grillen."