Montag, 31. Juli:
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Bevor wir abfahren, erhalten wir von Pfarrer Jacek Jamiolkowski natürlich noch einen Reisesegen.
Bei unserer Ankunft am späten Vormittag sind unsere Zimmer noch nicht fertig, deshalb machen wir erst Brotzeit und genießen den Blick auf Eichstätt.
Kennenlernspiele und dann unser Klassiker: Katz und Maus
Gemeinsamer Orientierungsspaziergang in die Altstadt runter. Die beste Eisdiele hat geschlossen, also gehen wir zur zweitbesten und setzen uns auf die "Spanische Treppe" von Eichstätt (eigentlich ist es der Aufgang zur Abtei St. Walburg - ein Kloster, das seit fast 1000 Jahren bewohnt ist).
Versuch eines Gruppenfotos im Hofgarten vor der ehemaligen fürstbischöflichen Sommerresidenz, das heutige Verwaltungsgebäude der katholischen Universität.
Zimmerverteilung und anschließend: Gruppennamen ausdenken und Türplakate gestalten
Blick auf Marienstein
Bettgehzeit heute ist Viertel nach 10, aber natürlich zieht es sich am ersten Abend, bis man bei der Zimmerkontrolle nur noch tiefe Atemzüge hört. In der anschließenden Gruppenleiter-Runde stellen wir einmütig fest, dass es ein gelungener Start mit einer sehr starken Oberministrantengemeinschaft war - und dass wir diese Stärke und Gemeinschaft auch brauchen werden, weil die Wetteraussichten alles andere als vielversprechend sind und wir keinen großen Aufenthaltsraum haben.
Ausrede des Tages auf die Frage, warum ein Teilnehmer um 23:10 Uhr noch aufm Gang rumschleicht: "Ja, i hob vorher vergessn, dass i mir d'Zähn butz."
Traditioneller Start in den Tag mit dem Morgenimpuls - heute im keltischen Langhaus, damit wir wenigstens vor dem Frühstück noch trocken bleiben.
Die Oberministranten haben gestern eine Stadtrallye ausgetüftelt, jetzt geht's los: Jede Zimmergruppe muss Fragen beantworten, Orte bzw. Gegenstände suchen und möglichst vollzählig wieder zur Herberge zurückfinden.
Die Oberministranten haben gestern eine Stadtrallye ausgetüftelt, jetzt geht's los: Jede Zimmergruppe muss Fragen beantworten, Orte bzw. Gegenstände suchen und möglichst vollzählig wieder zur Herberge zurückfinden.
Leider wird der Regen zwischenzeitlich so stark, dass die Laufzettel nicht mehr lesbar sind und die Stadtkarten reißen. Manche Gruppen teilen sich, um schneller voranzukommen, andere harren unter Vordächern aus. Erstaunlicherweise lassen sich aber die meisten Kinder vom Frust über die nun unlösbaren Aufgaben das Abenteuer nicht verderben, ohne Erwachsene in einer fremden Stadt unterwegs zu sein.
Bis wieder alle trocken sind, gibt's Spiele im Speisesaal...
... oder halt Brotzeit!
Überwältigendes Resultat einer pädagogischen Maßnahme 😇
Nächste Gemeinschaftsaktion: Jede Pfarrei verwandelt eine alte Osterkerze in eine Ministrantenkerze.
Im Speisesaal herrscht eine richtig schöne Stimmung: eifrig, aber entspannt, wilder Ideenaustausch und konzentriertes Gestalten, alles gleichzeitig und bunt durcheinander, aber ordentlich.
Bis wieder alle trocken sind, gibt's Spiele im Speisesaal...
... oder halt Brotzeit!
Überwältigendes Resultat einer pädagogischen Maßnahme 😇
Nächste Gemeinschaftsaktion: Jede Pfarrei verwandelt eine alte Osterkerze in eine Ministrantenkerze.
Im Speisesaal herrscht eine richtig schöne Stimmung: eifrig, aber entspannt, wilder Ideenaustausch und konzentriertes Gestalten, alles gleichzeitig und bunt durcheinander, aber ordentlich.
Romantik muss sein! Es hat aufgehört zu regnen, deshalb gehen wir zum Sonnenuntergang auf den Frauenberg und genießen den wunderbaren Blick hinunter auf Eichstätt einerseits und auf Rebdorf andererseits.
Ballspielen ist hier oben echt ungünstig, also spielen wir Tratz-Frisbee. Der Wind macht es gleich noch interessanter.Gutenacht-Ständchen auf der Ukulele
Heute klappt das mit dem Bettgehen schon etwas geschmeidiger, doch in der Gruppenleiter-Runde merken wir, dass uns das ständige Energie-Hochhalten mit schlechtwettertauglichen Beschäftigungsangeboten sowie die Verunsicherung einiger Teilnehmer durch die mittlerweile 2 Abreisen enorm viel Kraft kosten. Gut, dass wir so viele sind!
Wir veranstalten einen Wetterapp-Wettstreit und hoffen, dass die morgige Wanderung zum Steinbruch Entspannung bringt.
Ausrede des Tages während der Stadtrallye: "I hob mei Rengjackn ganz sicher eipackt. Eiso, aufs Bett hob i's glegt."
Mittwoch, 2. August:
Noch vor dem Aufstehen erhalten die Wetterapp-Nutzer unter uns schlechte Nachrichten: Wir müssen den Plan für heute komplett umschmeißen und machen eine Regenschirm-Prozession zur Willibaldsburg.
Die Oberministranten leiten jeweils eine kleine Gruppe und erklären die Ausstellungsobjekte.
Wischen statt pinseln: Der Nachwuchs-Archäologe arbeitet am Tablet ein Skelett heraus.
Ab dem Jahr 1355 wurde die alte Befestigungsanlage auf dem Willibaldsberg von den Eichstätter Bischöfen ausgebaut, weil sie die militärische Sicherung des Bistums jetzt selbst übernehmen mussten. Bis ins 18. Jahrhundert war die Willibaldsburg Sitz der Eichstätter Fürstbischöfe.
Heute befindet sich das Jura-Museum in der Burg. Bevor wir also morgen auf Fossiliensuche gehen, eignen wir uns heute den theoretischen Hintergrund dazu an. Dazu begeben wir uns auf eine Zeitreise 150 Millionen Jahre in die Vergangenheit, in eine tropische Insel-, Riff- und Lagunenlandschaft, die von Korallenfischen und Krebsen, Fischsauriern und sogar Krokodilen bevölkert war. Über dem Jurameer flogen Insekten und Flugsaurier.Die Oberministranten leiten jeweils eine kleine Gruppe und erklären die Ausstellungsobjekte.
Wischen statt pinseln: Der Nachwuchs-Archäologe arbeitet am Tablet ein Skelett heraus.
Meeresreptilien
Ammoniten
Flugsaurier
Der Eichstätter Archaeopteryx...
... und seine Verwandten aus der Umgebung! Die Feder (Abdruck hinter Glas) war im Jahr 1860 der erste Hinweis auf den Urvogel, und seitdem kamen im Altmühltal 12 vollständige Fossilien ans Licht, die sowohl Dinosaurier- als auch Vogelmerkmale tragen.
Ganz schön aggressiv für ausgestorbene Viecher!
Faszination und Neugier bei den Kindern...
... dagegen Erschöpfungserscheinungen bei der Generation 14+
Unter UV-Licht werden die Fossilien im Jurakalk besser sichtbar.
Langsam kehren wir in die Gegenwart zurück. Aber vorher machen wir noch einen Zwischenstopp in der letzten Eiszeit und bestaunen ein echtes Mammut-Skelett.
Wir haben es geschafft! Der Regen hat aufgehört, und sofort verspüren einige Jungs Lust auf ein Wettrennen.
"Daheim" in der Jugendherberge folgt nun eine Runde Zimmeraufräumen unter Anleitung der Oberministranten: Socken paarweise sortieren und dem ursprünglichen Besitzer zuführen, Abfalleimer ausleeren und Müll trennen, nasse Kleidung und Handtücher aufhängen, Brotzeitdosen ausleeren und zum Spülen bringen, aufbetten usw.
Die paar Stunden vor dem nächsten Schauer nutzen wir für einen Stationenlauf mit verschiedenen Spielen, zum Beispiel einen kleinen Parcours zum blind führen, ...
Wassertransport ohne Hilfsmittel, ...
Gedicht über die Mini-Freizeit schreiben, ...
Seifenweitwurf, ...
Puzzle bauen, ...
... und Ministrantengewand anziehen auf Zeit.
Der Spielenachmittag hebt die Stimmung enorm, auch wenn wir einmal vom Regen unterbrochen werden und die Kinder wieder spontan drinnen beschäftigen müssen. Am Abend schieben wir kurzerhand alle Tische im Speisesaal zur Seite, um wenigstens einmal einen ordentlichen Stuhlkreis zum Spielen machen zu können. Später, in der Gruppenleiter-Runde, stellen wir fest, wie wohltuend und gemeinschaftsfördernd so ein einfacher Stuhlkreis ist. Jeder von uns ist heute mit seiner Kraft und Geduld an seine persönlichen Grenzen gekommen, doch der gelungene Spieleabend und die Aussicht auf schönes Wetter morgen lassen uns gut gelaunt ins Bett gehen. So um halb eins.
Gedicht über die Mini-Freizeit schreiben, ...
Seifenweitwurf, ...
Puzzle bauen, ...
... und Ministrantengewand anziehen auf Zeit.
Der Spielenachmittag hebt die Stimmung enorm, auch wenn wir einmal vom Regen unterbrochen werden und die Kinder wieder spontan drinnen beschäftigen müssen. Am Abend schieben wir kurzerhand alle Tische im Speisesaal zur Seite, um wenigstens einmal einen ordentlichen Stuhlkreis zum Spielen machen zu können. Später, in der Gruppenleiter-Runde, stellen wir fest, wie wohltuend und gemeinschaftsfördernd so ein einfacher Stuhlkreis ist. Jeder von uns ist heute mit seiner Kraft und Geduld an seine persönlichen Grenzen gekommen, doch der gelungene Spieleabend und die Aussicht auf schönes Wetter morgen lassen uns gut gelaunt ins Bett gehen. So um halb eins.
Ausrede des Tages: "Aber des san net meine Sockan. I hob bloß sauberne Sockan dabei ghabt!"
Donnerstag, 3. August:
Was für ein traumhaft schöner Tag! Von der Jugendherberge aus wandern wir die knappen 3 Kilometer bis zum Fossiliensteinbruch Marienstein. Nachdem die meisten Höhenmeter bezwungen sind, genießen wir die tolle Aussicht auf die Willibaldsburg und Eichstätt hinunter.
Mit Hammer und Meißel bewaffnet, geht's in den Steinbruch. Nach anfänglichem, wirklich sehr kurzem Zögern entflammt eine Begeisterung, und jede sauber getrennte Platte, jedes Stück versteinerte "Fischkacke" und jeder Eisen-Mangan-Dendrit wird gefeiert.
Ein einziges Mal will ich auch auf ein Foto. Also leihe ich mir Werkzeug aus und schnappe die nächstbeste Platte, um sie vorsichtig zu spalten.
Der Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte...
Bei genauerem Hinsehen entdecke ich einen kleinen Fisch, der in beiden Teilen steckt!
Neben dem Steineklopfen darf natürlich auch das WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea nicht zu kurz kommen.
Fossilienforscher auf dem Heimweg.
Bunter Abend: Traditionellerweise haben sich alle Teilnehmer in beliebigen Gruppen zusammengetan und jeweils eine kleine Vorführung vorbereitet. Zum Beispiel Lieder erraten, ...
Witze vorlesen mit Spezial-Buchständer, ...
Geschminkt werden als Strafe für ein verlorenes Schere-Stein-Papier-Battle, ...
Schauspiel- und Zaubereinlagen, ...
Rätsel für die Oberministranten, ...
Improtheater, ...
... ein Quiz und Vieles mehr. Über 3 Stunden Programm, alles selbst ausgedacht und einstudiert!
Mit Hammer und Meißel bewaffnet, geht's in den Steinbruch. Nach anfänglichem, wirklich sehr kurzem Zögern entflammt eine Begeisterung, und jede sauber getrennte Platte, jedes Stück versteinerte "Fischkacke" und jeder Eisen-Mangan-Dendrit wird gefeiert.
Ein einziges Mal will ich auch auf ein Foto. Also leihe ich mir Werkzeug aus und schnappe die nächstbeste Platte, um sie vorsichtig zu spalten.
Der Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte...
Bei genauerem Hinsehen entdecke ich einen kleinen Fisch, der in beiden Teilen steckt!
Neben dem Steineklopfen darf natürlich auch das WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea nicht zu kurz kommen.
Fossilienforscher auf dem Heimweg.
Bunter Abend: Traditionellerweise haben sich alle Teilnehmer in beliebigen Gruppen zusammengetan und jeweils eine kleine Vorführung vorbereitet. Zum Beispiel Lieder erraten, ...
Witze vorlesen mit Spezial-Buchständer, ...
Geschminkt werden als Strafe für ein verlorenes Schere-Stein-Papier-Battle, ...
Schauspiel- und Zaubereinlagen, ...
Rätsel für die Oberministranten, ...
Improtheater, ...
... ein Quiz und Vieles mehr. Über 3 Stunden Programm, alles selbst ausgedacht und einstudiert!
In der abschließenden Gruppenleiter-Runde ist die Stimmung fix und fertig, aber froh und zufrieden. Es gab kaum Streit in der Woche, zum Schluss hin hat sich eine gute Gruppendynamik entwickelt und sowohl die Kinder als auch wir haben wieder viel erlebt, gelacht und gelernt.
Ausrede des Tages am Kassenhäuschen vom Steinbruch: "Die Kinder haben lauter große Scheine dabei, so viel Wechselgeld haben wir nicht."
Freitag, 4. August:
In unserem Abschlussgottesdienst stehen die Ministrantenkerzen, als Symbol für unsere Gemeinschaft, im Mittelpunkt.
Große Ehre - und vielleicht der Beginn einer neuen Karriere?
Chor
"Mei Bleame steht für den guatn Zusammenhalt und die Gemeinschaft in derer Woch."
"Mei Bleame steht dafür, dass mir fast net gschimpft worn san."
"Mei Bleame steht dafür, dass gestern endlich s'Wetter schee war."
"Mei Bleame steht für die Spiele, wo ma gspuit ham, und dass jeder dazuaghört hot."
"Mei Bleame steht dafür, dass jeder so sei derfa hot, wia er is."
"Mei Bleame steht für den Spaß, wo mir ghabt ham, und für die vuin Erlebnisse."
"Mei Bleame steht für die neie Stodt, de i kenna glernt hob."
"Mei Bleame steht für die vuin Leit, de i do troffa hob."
"Mei Bleame steht dafür, dass mir ois Gruppn so fest zamgwachsn san."
"Mei Bleame steht für die Oberministrantn, de für uns immer do warn und mit uns gspuit ham."
"Mei Bleame steht dafür, dass fast nia gmeckert worn is, wenn jemand an Vorschlag gmacht hot."
Die Lesung aus dem Korintherbrief (ein Leib - viele Glieder) wird vorgelesen und gespielt.
Nachdenkpause.
Toni bedankt sich bei den Oberministranten. Was diese jungen Leute in dieser Woche geleistet haben, ist schwer auszudrücken. Für uns ist es richtig schön zu sehen, wie sie in so eine verantwortungsvolle Rolle hineinwachsen, sich von Jahr zu Jahr mehr zutrauen und die Erfahrungen aus der Ministrantenfreizeit in ihren jeweiligen Ehrenämtern einbringen.